FORSTSCHUTZSTELLE EBERSWALDE
   


Aktuelle und wissenschaftlich fundierte Beratung für den Waldbesitzer


Rund um die Maus - Erkennung und Bekämpfung von häufigen Kurzschwanzmausarten im Wald...!

Wirkstoffe und Bekämpfungstechniken ( Erdmaus, Feldmaus, Schermaus)

Rodentizide für Erdmaus, Feldmaus und Schermaus können folgende Wirkstoffe enthalten:

Aluminiumphosphid:
Die Reaktion von Aluminiumphosphid mit Wasser führt zur Freisetzung von giftigem Phosphorwasserstoff (Phosphingas). Phosphide werden im Magen zu Phosphin zersetzt, welches die eigentliche toxische Substanz ist. Phosphin ist ein zytotoxisches Gas, welches vermutlich den Elektronentransport in den Mitochondrien durch Blockierung der Cytochromoxidase hemmt. Betroffen sind vor allem Gewebe, die wie Lunge, Gehirn, Nieren Herz und Leber einen hohen Sauerstoffgehalt aufweisen.

Zinkphosphid: Das hochwirksame akut toxische Nervengift Zinkphosphid ist in Form von Ködern zur Bekämpfung verschiedener Mäusearten zugelassen. Niederschläge, vor allem Schnee, schränken die Wirkung ein. Bei lernfähigen Nagern, die in Sippenverbänden zusammen leben, kann der Todeskampf der vergifteten Tiere Köderscheu verursachen.

Chlorphacinon: Der Wirkstoff wird in Form von Pellets angeboten, die von Erd- und Feldmäusen gut angenommen werden; es hemmt die Blutgerinnung und führt bei wiederholter Aufnahme über mehrere Tage zu inneren Blutungen und zum Tode. Da der Tod ohne Schmerzen eintritt, entwickelt sich keine Köderscheu. Wird eine Maus gehindert, wiederholt von den Ködern zu fressen, kommt die Wirkung nicht zustande.

Difenacoum: Es wirkt bereits bei einmaliger Aufnahme ebenfalls als Blutgerinnungshemmer. Der Wirkstoff wurde speziell zur Rattenbekämpfung entwickelt.

Techniken zur Bekämpfung von Erdmaus, Feldmaus und Schermaus
 

Erd- und Feldmaus
Verdeckte Ausbringung in Köderstationen
Beim Einsatz der Köderstationen wird davon ausgegangen, dass eine biotopseitig gefährdete Kultur mindestens 5 Jahre (max. 8) nach der Begründung gefährdet ist und jederzeit von Mäusen besiedelt werden kann. Die Besiedlung kann kurzzeitig erfolgen (genauso wie die Abwanderung von Mauspopulationen) und kann durch Schlagfallenfänge nicht nachgewiesen werden. Folgerichtig konzentrieren sich moderne Abwehrverfahren darauf, ge-fährdete Kulturen mit einem Dauerschutz zu versehen (Köderstations-Technik), solange es nicht gelingt, die Mäuse in der kurzen Phase hoher Dichte von den zu schützenden Pflanzen abzulenken.

Technik der Köderstationen
Neu ausgelegte Köderstationsbehälter werden erst nach 4-8 Wochen angenommen, darum sollten sie bereits im Frühsommer auslegt werden. Anlage im Verband mindestens 30 m x 30 m. Angrenzende Mäusebiotope stellen einen Zuwanderungspool dar und sollten in einer Breite von ca. 50 m ebenfalls mit Stationen bestückt werden.

Im September/Oktober erfolgt das Beködern mit zugelassenen Präparaten. Vorher sind Fallenfänge durchzuführen oder Steckreiser auszubringen, um die gesetzlichen Forderungen betr. der Überprüfung der Präsenz von hohen Mausdichten zu erfüllen. Man kann dabei auch feststellen, welche Mausarten vorhanden sind und danach die Wahl des Rodentizides vornehmen. Nach 2 - 3 Wochen müssen bei Bedarf die Stationen neu bestückt werden.

Im März sollten die auf der Fläche verbleibenden Stationen gesäubert werden. Die Öffnungen werden nicht verschlossen.

Im September beginnt dann bei Vorhandensein entspr. Präsenzmerkmalem (s.o.) wieder die neue Bekämpfungssaison.



Hinweis: Es ist ratsam, die Stationen in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren. Gelegentlich werden die Öffnungen der Behälter durch Mäuse verstopft und damit für andere Mäuse unzugänglich gemacht. Die Folge ist, dass die Wirksamkeit der Stationen nicht erreicht wird.

Erd- und Feldmaus
Offene Ausbringung auf der Fläche
Dafür kommen einige Chlorphacinonpräparate in Betracht. Die Köder werden in den vorgeschriebenen Aufwandmengen zwischen die Pflanzen gestreut. Das Verfahren hat sich als Sofortmaßnahme bei beginnenden Nageschäden der Erdmaus bewährt.

Erd- und Feldmaus
Möglichkeiten der Prophylaxe
Verjüngungsmaßnahmen unter einem Schirm verhindern das Aufkommen von Graswuchs und reduzieren damit auch die Etablierung von Mauspopulationen in Größenordnungen. Die regelmäßige Beseitigung der Grasvegetation dürfte sich auch nachteilig auf die Mauspopulationen auswirken. Möglich ist auch das Aufbringen repellenter Beläge auf die Rinde gefährdeter Bäume. Das Verfahren bietet sich zum Einzelschutz bzw. auf kleinen Flächen bzw. Arealen mit geringen Pflanzendichten an.



Erd- und Feldmaus

Was nicht hilft:
Maßnahmen zur Förderung natürlicher Feinde können Gradationen weder verhindern noch beenden.

Schermaus
Einsatz von begifteten Ködern an abgedeckten Köderplätzen
Dazu wird ein befahrener Schermausgang geöffnet, beködert und mit einer Platte abgedeckt. Das Verfahren erfordert große Sorgfalt, da die Maus auf Licht und Zugluft sehr empfindlich reagiert und die Öffnung verwühlen kann. Die Giftköderannahme wird wöchentlich kontrolliert und evt. erfolgt die Nachbeköderung. Die Maßnahmen sind möglichst auch in Randbereichen der gefährdeten Flächen durchzuführen, um eine zu rasche Neubesiedlung der Fläche zu verzögern.
Einbringen der Köder in die Gangsysteme ohne weiter Hilfsmittel
Dazu wird ein befahrener Schermausgang in m.o.w. regelmäßigen Abständen geöffnet und mit Ködern bestückt. Anschließend wird der Gang wieder mit Erde verschlossen. Vorhandene Erdauswürfe werden flachgetreten, um neu entstehende Haufen erkennen zu können. Bei neu entstehenden Haufen erfolgt eine Wiederholung der Applikation.
Einsatz von Schermaus-Köderstationen
Die Methode verlangt viel Übung und ist relativ aufwendig. Die Anwendung sollte auf kleine Flächen und bei beginnendem Befall beschränkt bleiben.

Schermaus
Was nicht hilft :

Oberirdisch ausgebrachte Rodentizidköder, Begasungsverfahren, Akustische Vertreibungsgeräte, weil die Mäuse schnell lernen, ob ein Geräusch gefährlich ist, auch wenn es variiert wird, Bodenbearbeitung (Fräsen, "Schwarzmachen")

Kontrolle des Erfolgs einer Schermausbekämpfung
Die Wirksamkeit kann durch einfache Merkmale kontrolliert werden. Dazu gehören vor allem:
  • Wenn die Köder nicht mehr angenommen werden, Wenn augenscheinlich keine neuen Erdauswürfe entstehen,
  • Wenn bei probeweisen Öffnen der Gänge keine Wühltätigkeit mehr auftritt und die Gänge offen bleiben (sog. „Verwühlprobe“ )


   
   
Kontakt: Postanschrift: Prof. Dr. C. Majunke Schwappachweg 10, 16225 Eberswalde; E-mail: cmajunke@t-online.de
   

   
verantwortlich: Prof. Dr. C. Majunke (email ) Copyright© 2005. Alle Rechte vorbehalten. Stand: Dezember 2012