FORSTSCHUTZSTELLE EBERSWALDE
   

Aktuelle und wissenschaftlich fundierte Beratung für den Waldbesitzer


Rund um die Maus – Erkennung und Bekämpfung von häufigen Kurzschwanzmausarten im Wald

Erkennung von häufigen Kurzschwanzmausarten im Wald

Merkmale für Mäusebiotope
- ehemalig landwirtschaftlich genutzte Flächen mit starkem Graswuchs
- Verjüngungsflächen die an Feldlagen angrenzen
- stark vergraste nicht zu trockene Verjüngungsflächen
- Verjüngungsflächen im Bereich von fruktifizierenden Eichen- und Buchenbeständen
- aufgelichtete Bestände, wo sich neben der Naturverjüngung auch Graswuchs einstellt


Die Baumarten werden unterschiedlich von Mäusen angenommen. Dabei werden ähnlich wie bei Wildverbiss die selteneren Baumarten bevorzugt befressen. Hainbuche, Rotbuche, Bergahorn, Eberesche u.a. Laubbäume gelten als stark gefährdet.

Allgemeine Präsenzmerkmale sind: Erdlöcher, oberirdische Laufgänge und frischer Kot, benagte Pflanzenreste, oder Fraßstellen an den Kulturpflanzen bzw. an sog. Steckhölzern ( frisch geschnittene Wasserreiser von Apfel, die auf vergrasten Stellen der Verjüngung in den Boden gesteckt werden).


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Durch die relativ geringe Anzahl der in Frage kommenden Mausarten sollte man sich die nachfolgend beschriebenen Merkmale durchlesen und den im Freiland gemachten Beobachtungen zuordnen. Am sichersten ist natürlich eine Maus oder mehrere Mäuse zu fangen (Schlagfallen) und zu bestimmen (Zur Bestimmung kann auch die Forstschutzstelle Eberswalde konsultiert werden - Einsendungen von Probematerial werden nur nach vorhergehender Absprache bearbeitet).


Morphologische und felddiagnostische Merkmale

 

 


Erdmaus
(Microtus agrestis)
Morphologie:
Bodentiere, plumper, walzenförmiger Rumpf, Schwanz meist wesentlich kürzer als der Rumpf, Ohren meist vollständig im Fell verborgen, Länge ohne Schwanz: 95 - 120 mm, Schwanzlänge: 30 - 45 mm. Von der sehr ähnlich aussehenden Feldmaus nur durch Gebissmerkmale sicher zu unterscheiden (Zur Bestimmung wird empfohlen, die Forstschutzstelle Eberswalde zu konsultieren).
Bevorzugt besiedelt werden feuchtere, vergraste Lichtungen und Kulturen mit dichtem Graswuchs.

Präsenzmerkmale:
Oberirdischer Rindenfraß am Stammfuß bis 20 cm Höhe (bei Klettermöglichkeiten oder Schneelagen auch höher) mit Zahnspuren im Splint (selten im Wurzelbereich wie bei der Feld-maus), häufig biberfraßähnliches Benagen der Stämmchen, hohlwegartige oberirdische Laufgänge im Gras, in den Laufgängen bei frischem Befall dunkelgrüne, glänzende Kotballen.
Nahrung/Fraßbild:
Frisst im Frühjahr und Sommer an frischen Trieben von Gräsern und Kräutern, im Winterhalbjahr - in trockenen Sommern schon ab August - an der Rinde junger Bäume, die in Bodennähe plätzeweise benagt wird, bei Vorhandensein von Kletterhilfen (Astreisig oder auch Schnee) entsprechend höher.


Feldmaus
(Microtus arvalis)
Morphologie: Von der sehr ähnlich aussehenden Erdmaus nur durch Gebissmerkmale sicher zu unterscheiden (Zur Bestimmung wird empfohlen, die Forstschutzstelle Eberswalde zu konsultieren). Tritt vor allem in Aufforstungen ehemalig landwirtschaftlich genutzter Flächen oder in Randlagen zu landwirtschaftlichen Nutzflächen in größerer Anzahl auf.
Präsenzmerkmale: Fraß beginnt im Wurzelbereich und setzt sich nach oben fort (bis ca. 10 cm über dem Erdboden), Zahnzüge sind selten zu sehen, an den Nagestellen sind fasrige Oberflächen, vor den Erdbauen sind häufig auch kleine Erdauswürfe zu sehen.
Nahrung/Fraßbild: Frisst im Frühjahr und Sommer an frischen Trieben von Gräsern und Kräutern, im Winterhalbjahr - in trockenen Sommern schon ab August - an den Wurzeln und der Rinde junger Bäume.


Rötelmaus
(Clethrionomys glareolus)
Morphologie: Plumper, walzenförmiger Rumpf, Schwanz meist wesentlich kürzer als der Rumpf, Ohren meist vollständig im Fell verborgen, Länge ohne Schwanz: 90 - 110 mm, Schwanzlänge: 40 - 55 mm, der Erdmaus ähnlich, aber mit deutlich rötlicherem Fell, tag- und nachtaktiv, guter Kletterer. Bevorzugt busch- und krautreiche Verjüngungen.
Präsenzmerkmale: wie Feld- und Erdmaus, Nagestellen auch in größeren Höhen.
Nahrung/Fraßbild: Frisst bevorzugt Samen (Eicheln, Bucheckern) und diverse Früchte, auch Keimlinge, frische Pflanzenteile und Insekten. Bei Nahrungsmangel ist auch Rindenfraß möglich (bis in Höhen von > 1 m über dem Erdboden). Die Bedeutung des Fraßes der Rötelmaus an Forstgehölzen ist umstritten. Laubbäume heilen Rindenschäden meist aus, darum wird eine Bekämpfung eher die Ausnahme dar-stellen. Die größten Probleme verursacht sie in der Buchenwirtschaft durch das Fressen der Buch-eckern und Keimlinge.


Schermaus
(Arvicola terrestris)
Morphologie: Plumper, walzenförmiger Rumpf, Schwanz meist wesentlich kürzer als der Rumpf, Ohren meist vollständig im Fell verborgen, Länge ohne Schwanz: 130 - 190 mm, Schwanzlänge: 75 - 125 mm.
Kommt in zwei Ökotypen vor: als uferbewohnender, wasserliebender aquatischer Typ (“Wasserratte"), der relativ häufig oberirdisch aktiv ist, und als überwiegend unterirdisch lebender terrestrischer Typ, der in erster Linie die Schäden verursacht.

Präsenzmerkmale: Erdhügel, an dessen flacherem Ende ein - häufig verschlossener - Gang mündet, der schräg nach unten führt. Die ähnlichen Maulwurfhügel sind höher, nahezu kreisrund, mit einem Auswurfgang im Zentrum, der senkrecht nach unten führt. Weiteres Merkmal sind flach unter der Bodenoberfläche verlaufende Gangsysteme und die durch Verlust der Wurzeln schrägstehenden Pflanzen (Pflanzen mit teilweise abgefressenen Wurzeln können sich oft wieder hinreichend bewurzeln, müssen allerdings aufgerichtet und gut angetreten werden).
Ob ein Schermausbau befahren ist, läßt sich feststellen, indem ein Gang geöffnet wird: bei bewohnten Bauen wird die Öffnung innerhalb kurzer Zeit (spätestens am nächsten Tag) zugewühlt.

Nahrung/Fraßbild: Während der Vegetationszeit an ober- und unterirdischen Teilen von Kräutern und Gräsern. Schädlich wird der Wurzelfraß im Winterhalbjahr: Die Wurzeln werden häufig völlig abgefressen, starke Wurzeln rübenförmig zugespitzt; befressene Pflanzen stehen, vor allem nach Ende des Boden-frostes im Frühjahr, auffallend schief und lassen sich leicht herausziehen. Auch Erdmäuse können im Winter u.U. bis zu 5 cm dicke Stämmchen fällen. In diesem Falle sind höchstens der obere Wurzelansatz von der Bodenoberfläche aus benagt.

Wie schädlich sind Mäuse im Wald ?.......Müssen Mäuse überhaupt bekämpft werden ?.......


   
   
Kontakt: Postanschrift: Prof. Dr. C. Majunke Schwappachweg 10, 16225 Eberswalde; E-mail: cmajunke@t-online.de
   

   
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